Ihr Lebensabschnitt Jahre des Wechsels

Frau Dr. Prothmann zum Thema Wechseljahre beim ARD Mittagsmagazin und MDR um 4

Wenn sich die fruchtbare Lebensphase dem Ende neigt, beginnt wieder eine Zeit der hormonellen Veränderungen, die den nächsten Lebensabschnitt einläutet. Häufig fallen diese Veränderungen mit diversen anderen Veränderungen auch um uns herum zusammen, sodass auch diese Lebensphase eine besondere Aufmerksamkeit für Körper und Seele von uns verlangt.

Wechseljahre

Die Wechseljahre (oder auch Klimakterium) bezeichnen den Zeitraum der hormonellen Veränderungen zum Ende der fruchtbaren Lebensphase. Die "Menopause" bezeichnet die letzte Regelblutung einer Frau, auf die mindestens 12 Monate keine weitere Blutung folgt.

Schon lange vor der letzten Regelblutung beginnen sich leichte Veränderungen im Hormonhaushalt zu manifestieren. Die meisten Frauen bemerken sie durch zunehmende Unregelmäßigkeiten im Zyklus, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen, Hitzewallungen und Beschwerden unterschiedlichster Art (z.B. Gelenkschmerzen, Gedächtnisprobleme). Wann die Wechseljahre beginnen, ist sehr unterschiedlich, bei den meisten Frauen beginnen sie aber zwischen 45 und 55 Jahren, im Mittel mit 52 Jahren.

Hormonersatztherapie

Ob und in welchem Ausmaß die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren zu Beschwerden führen, ist sehr unterschiedlich. Ein Drittel der Frauen hat gar keine Beschwerden, ein Drittel mäßige Beschwerden. Bei einem Drittel der Frauen treten jedoch starke Symptome auf, die die Lebensqualität erheblich reduzieren. Doch das muss natürlich nicht bei jeder Frau so sein.

Es gibt viele Wege, diesen Beschwerden zu begegnen. Es ist jedenfalls keinesfalls so, dass Frau „dadurch muss“. Es gibt schonende und sichere Wege, dem Körper das, was ihm fehlt, nämlich unsere weiblichen Hormone, zurückzugeben. Unsere weiblichen Hormone sind für zahlreiche Prozesse in unserem Körper enorm wichtig und schützen uns vor vielen Erkrankungen, z.B. Osteoporose, Demenz, Herzkreislauferkrankungen. Lassen Sie uns ins Gespräch kommen über diese wichtige Lebensphase, damit Sie ihr mit voller Kraft entgegentreten können.

Verhütung in den Wechseljahren

Prinzipiell kann man bis zur letzten Regelblutung schwanger werden. Eine sichere Verhütung ist also bis zum endgültigen Ausbleiben der Blutung unbedingt notwendig.

Zyklusstörungen

In den Wechseljahren kann es durch die hormonellen Veränderungen gehäuft zu Zyklusveränderungen kommen. Die meisten Frauen bemerken einen kürzeren oder auch ganz unregelmäßigen Zyklus sowie teilweise sehr starke und schmerzhafte Blutungen. Sollte dies für Sie einschränkend und/oder belastend sein, sprechen Sie diese Thematik unbedingt an, damit wir verschiedene Lösungswege erörtern können.

Ernährung, Lifestyle

Durch die hormonellen Veränderungen kommt es auch zu ausgeprägten Veränderungen in unserem Stoffwechsel. Unser Grundenergieumsatz sinkt, sodass wir an Gewicht zunehmen, selbst wenn wir dieselbe Menge an Nahrung zu uns nehmen. Zusätzlich beginnt eine Fettumverteilung mit einer Zunahme des Bauchfettes. Um diesen Mechanismen entgegenzuwirken, ist eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung wichtiger denn je!